Buchpräsentation 2016

Am 8. Juni präsentierten sechs Mädchen und Jungen stolz ihren Familien und Freunden ihre Bücher. Diese hatten sie während 20 Zusammenkünften in der Katholischen Öffentlichen Bücherei in Seelscheid mit viel Ausdauer, Ideenreichtum und Spaß selbst geschrieben und die Linoldruckbilder eigenhändig gestaltet.

Von den ersten Gedanken bis zum fertigen Buch war ein langer Weg. Diesen gingen die sechs jungen Autoren gemeinsam, drei bereits das zweite Mal. Die Kinder kamen schon mit konkreten Vorstellungen, worüber sie schreiben wollten.

Die ersten Nachmittage benötigten sie erst einmal, um warm miteinander zu werden. Doch schon am Ende des ersten Treffens hatte jeder die erste A4-Seite gefüllt. Zwei der Ergebnisse wurden schon den Mitstreitern vorgestellt. Im Laufe der folgenden Wochen las jeder den Anderen seine Geschichte vor und bekam kritische Hinweise, was  verbessert werden kann. Diese wurden in den Werken berücksichtigt. So arbeiteten sich die Jungs und Mädchen von Mal zu Mal vorwärts und stellten ihre veränderten Niederschriften immer wieder vor. Die Zuhörer gaben Anregungen zu Wiederholungen im Text, den Satzbau, Widersprüchen und Lücken in den Handlungen sowie auch Ideen, wie die Geschichten fortgesetzt werden könnten. Manche Situationen wurden sogar bühnenreif dargestellt, damit die Anderen sich die Gedanken besser vorstellen konnten, wobei sehr viel gelacht wurde.

So füllte sich Seite um Seite. Da die Kinder ihre Gedanken nicht so schnell zu Papier bringen können, wie sie fließen, war viel Nacharbeit erforderlich. Doch mit Hilfe der Gruppe konnten die Lücken gefüllt, Situationen detaillierter beschrieben sowie den Handlungen wie auch Menschen und Tieren Leben eingehaucht werden. Die Manuskripte wurden ständig überarbeitet und fortgesetzt.

Bereits während des Schreibens der Handlungen entstanden die ersten Linolschnitte. Auch hierbei unterstützten sich die Künstler gegenseitig. Mal wurde Hilfe beim Vorzeichnen eines Motivs auf dem Linoleum benötigt, ein anderes Mal  beim Ausritzen des Materials mit speziellem Werkzeug. Manches Bild musste ein zweites oder drittel Mal angefertigt werden, weil das Format falsch gewählt wurde oder nicht berücksichtigt wurde, dass das Motiv im Druck spiegelverkehrt dargestellt wird.

An dieser Stelle möchten wir uns bei dem Bodenverleger Harald Sänger aus Seelscheid für das großzügig gespendete Linoleum bedanken, welches wir auch noch für  weitere Projekte nutzen können.

Leider konnten nicht immer alle Kinder anwesend sein. Es wurden während dieser Zeit schließlich auch Geburtstage gefeiert oder Krankheiten auskuriert. Doch der oder die Fehlende wurde in unseren Kreis von allen vermisst. Das Ausbleiben eines Autors wurde sogar scherzhafter Weise von einem der Kinder mit der Geschichte des Fehlenden  in Verbindung gebracht.

Am Ende eines jeden Tages freute sich jeder bereits auf die kommende Woche und einige möchten gern diese Aktion wiederholen und ein weiteres Werk erstellen.

Den Anfang eines schönen sonnigen Nachmittags nutzten wir zum Fotografieren mit verschiedenen Hintergründen für die Autorenprofile eines jeden Buches.

Ich möchte mich bei allen sechs jungen Autoren für ihr Vertrauen mir gegenüber bedanken und dafür, dass ich sie auf einem Teil ihres Weges begleiten durfte. Ich bin begeistert, wie selbstverständlich sie Anregungen annahmen und umsetzten, aber auch wie hilfreich sie den Mitstreitern gegenüber auftraten. Ihre Freude über die gelungenen Formulierungen und Motive war ansteckend für alle Beteiligten. Ich danke den Künstlern auch für das selbstständige Aufräumen und Säubern der Materialien, Gerätschaften und des Raumes nach dem Schreiben, Schnitzen und Drucken.

Die Vorstellung der fertigen Kunstwerke schloss die komplette Aktion im Pfarrheim ab. Anfangs traute sich keiner, sein Werk allen vorzulesen. Doch von Buch zu Buch wurden die Geschichtenschreiber mutiger. Die Familien und Freunde waren stolz auf die Künstler und begeistert von ihren Werken. Die Linolnegative waren ebenfalls ausgestellt, so dass sich jeder ein Bild von der ganzen Arbeit der kleinen Meister machen konnte.